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ELK bei Krummesse mit Schleuse |
Der
Elbe-Lübeck-Kanal wurde ab 1896 nach den Plänen des Lübecker
Baudirektors Peter Rehder errichtet und am 16. Juni 1900 in
Lübeck in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. eingeweiht. Die
bis 1936 Elbe-Trave-Kanal genannte Schifffahrtstraße kürzte
die Entfernung auf 62 Kilometer ab, die Zahl der Schleusen
sank auf sieben, die Fahrtzeit auf rund acht Stunden. Eine
für die damalige Zeit sehr fortschrittliche Technik mit von
Bauinspektor August Hotopp entworfenen rein hydrodynamisch
(nur durch Wasserkraft) betriebenen Schleusen und großzügig
dimensionierten Brücken ließ den Kanal lange Zeit
vorbildlich erscheinen.
Als einziger deutscher Kanal dieser Epoche neben dem
Nord-Ostsee-Kanal wurde der Elbe-Lübeck-Kanal von Beginn an
für 1.000-Tonnen-Schiffe ausgelegt. Die sieben Schleusen
vermittelten den Verkehr zwischen der Elbe und der Ostsee
über die zwölf Meter höher gelegene Scheitelstrecke bei
Mölln. Sie waren für jeweils zwei Schiffe von acht Metern
Breite und bis zu 80 Metern Länge (beziehungsweise 65 Meter
lange Kähne im Schleppverband) ausgelegt.
Der Kanal mündet kurz vor der Lübecker Altstadt in die
Trave. Er umfließt die Lübecker Altstadt entlang der
südlichen Wallanlagen der Lübecker Stadtbefestigung im
eigenen Bett als Kanaltrave auf der Ostseite. Bei der
Hubbrücke unterhalb von Burgtor und Burgtorbrücke am
nördlichen Ende der Altstadtinsel kommt er mit der westlich
verlaufenden Stadttrave und dem vor den ehemaligen
Befestigungen verlaufenden Stadtgraben wieder zusammen. Der
Lauf der Wakenitz, die Lübeck östlich in die Trave umfließt,
wurde durch den Kanalbau massiv verändert.
Zu den topographischen Veränderungen am östlichen Rand der
Lübecker Altstadt siehe auch den Artikel Wakenitz mit
Kartenmaterial.
Der Verkehr von und nach Lübeck stieg in den ersten
Betriebsjahren des Kanals schnell an. 1902 lag er bei
207.001 Tonnen, 1905 bei 360.204 Tonnen, 1909 bereits bei
505.115 Tonnen. Anfangs wurde der Elbe-Trave-Kanal
hauptsächlich für den Transport von Massengütern genutzt, in
Richtung Lübeck waren dies vor allem Düngemittel, Steine und
Erden, Ziegel, Röhren, Sand, Kies, Kreide, Ölsaaten, Zucker,
Melasse, Sirup, Salz, Borke, Gerbstoffe, geschnittenes Holz,
Steine und Steinwaren, Petroleum und andere Öle, Früchte und
Chemikalien. In Gegenrichtung wurden in erster Linie Holz
(geschnittenes und Stammholz), Roh- und Brucheisen, Steine
und Steinwaren, Hülsenfrüchte, Zellulose, Koks, Koksgrus,
Öle und Fette sowie Melasse und Hafer transportiert. Die
beim Kanalbau in der Gegend von Güster im Herzogtum
Lauenburg gefundenen Kiesvorkommen trugen schon bald
erheblich zum Kanalverkehr bei. Daneben wird der Kanal auch
von der Sportschifffahrt im Verkehr zwischen Ostsee und Elbe
genutzt. Die Kombination aus Schleusenbetriebszeiten und
zulässiger Höchstgeschwindigkeit (4 km/h im Lauenburger
Hafen, von der Schleuse bis zur Elbe sonst 10 km/h) erlaubt
es, die Strecke von der Elbe bis nach Lübeck in einem Tag
zurückzulegen.
Quelle Wikipedia |